«Hier und Jetzt»: der Blog

Persönliche Worte

Wie meine eigenen Erfahrungen meine therapeutische Haltung geprägt haben

In meiner Arbeit als Therapeutin bringe ich nicht nur Fachwissen und Techniken ein, sondern auch die Erfahrungen aus meinem eigenen Leben. Diese persönlichen Erlebnisse haben massgeblich meine therapeutische Haltung und mein Handeln beeinflusst.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, in einem Moment der Unsicherheit oder der Belastung auf Hilfe angewiesen zu sein. Ich habe erlebt, wie heilsam es sein kann, wenn jemand mit Empathie, Geduld und Respekt zuhört und einem Raum gibt, um sich zu öffnen. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, wie wichtig es ist, in der Therapie nicht nur zu behandeln, sondern vor allem auch zu verstehen. Es geht mir darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Klient sicher fühlt, in der er oder sie nicht nur als Patient, sondern als Mensch wahrgenommen wird.

Meine eigene Reise hat mir gezeigt, dass Heilung und Veränderung keine schnellen, linearen Prozesse sind. Es sind oft die kleinen Schritte, die sich über die Zeit hinweg zu etwas Grossem entwickeln. Diese Erkenntnis fliesst direkt in meine Arbeit ein. Ich ermutige meine Klienten, ihren eigenen Weg zu gehen, in ihrem eigenen Tempo und mit einer realistischen Vorstellung von Fortschritt.

Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, flexibel und anpassungsfähig zu sein. Jeder Mensch ist einzigartig, und was bei einem Menschen funktioniert, muss nicht zwangsläufig für einen anderen passen. Deshalb betrachte ich jede therapeutische Beziehung als eine Zusammenarbeit, in der wir gemeinsam herausfinden, was am besten für den Klienten ist. Es ist diese Perspektive, die ich durch meine eigenen Erfahrungen entwickelt habe – der Glaube daran, dass jeder Mensch die Fähigkeit zur Veränderung und Heilung in sich trägt, wenn er den richtigen Raum und die richtige Unterstützung bekommt.

Meine eigene Lebensgeschichte hat mich zu einer Therapeutin gemacht, die nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit Herz und Verständnis begleitet. Diese Verbindung von Wissen und Erfahrung hilft mir, Menschen authentisch und mit voller Hingabe zu unterstützen – immer im Bewusstsein, dass der Weg zur Heilung sowohl ein innerer als auch ein äußerer Prozess ist.

Written by geraldine

Juni 12th, 2025 at 1:12 p.m.

Die Bedeutung der therapeutischen Beziehung

In der Therapie stehen Sie mit Ihren individuellen Bedürfnissen und Zielen im Mittelpunkt. Die Beziehung zwischen Ihnen und mir bildet dabei die Grundlage für Vertrauen, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf den Prozess einzulassen.

Eine gute therapeutische Beziehung schafft einen sicheren Raum, in dem Sie sich verstanden und akzeptiert fühlen. Dieser Raum ermöglicht es, Blockaden zu lösen, sich emotional zu öffnen und aktiv an Ihrer Heilung mitzuwirken.

Therapie ist keine standardisierte Lösung, sondern eine individuell angepasste Reise. Ich begleite Sie mit Empathie, höre zu und gebe die Impulse, die Sie gerade brauchen. Unsere Zusammenarbeit basiert auf Respekt, Wertschätzung und echtem Interesse.

Durch offene Kommunikation klären wir gemeinsam Ihre Ziele und Bedürfnisse. Dieses Miteinander stärkt Ihr Vertrauen in den Prozess und macht Sie zum aktiven Gestalter Ihrer eigenen Genesung.

Die therapeutische Beziehung ist mehr als ein berufliches Verhältnis – sie ist eine Partnerschaft, die Heilung und Wachstum ermöglicht.

 

Written by geraldine

Mai 26th, 2025 at 1:08 p.m.

Die Chance der Komplementärtherapie

Die Naturheilkunde ist eine Disziplin in der Medizin, die davon ausgeht, dass sprichwörtlich „gegen alles ein Kräutlein gewachsen ist“, d.h., dass verschiedene Substanzen aus der Natur gegen viele Krankheiten erfolgreich verwendet werden können. Die Naturheilkunde ist die älteste Form der Medizin überhaupt. Bereits in der Steinzeit erkannten Menschen die heilende Wirkung verschiedener Kräuter. – Heute versteht sich die Naturheilkunde als Ergänzung zur Schulmedizin.

Andere Gesichtspunkte

Die Schulmedizin arbeitet oftmals mit chemischen Substanzen. Dies kann -abhängig von Krankheit und Stadium – sinnvoll, angebracht und sogar lebensrettend sein. Die Medizin ist derart komplex und vielschichtig, dass sich bedingt durch die enorm schnell voranschreitende Forschung, immer mehr Fachgebiete hervortun. Es versteht sich von selbst, dass sich der Spezialist auf sein Wissensspektrum fokussiert und nicht mehr das ganze Körpersystem im Auge behalten kann. Selbstverständlich gehen die im Studium angeeigneten Kenntnisse nicht verloren, aber sie treten in den Hintergrund, was zu einer mangelnden Optik gegenüber dem Patienten und seinen Bedürfnissen führen kann.

Die Naturheilkunde hingegen versucht ganzheitlich zu arbeiten, d.h., dass die Detailkenntnis wesentlich geringer, der Blickpunkt gegenüber dem Patienten aber grösser ist. Da wo die wissenschaftlich orientierte Medizin lediglich das Krankheitsgeschehen im Auge behält, versucht der Komplementärtherapeut die Gesamtsituation zu erfassen. Ein Anamnesegespräch umfasst deshalb nicht nur die Symptome einer zu behandelnden Krankheit, sondern auch allgemeine Fragen, wie z.B. zum Wohlbefinden, Appetit, Durst, Schlaf, Stuhlgang und Harndrang als auch Fragen zum privaten Leben, wie z.B. der Arbeit und der Existenz. Diese Fragen sollen Hilfestellungen im bevorstehenden Therapieverlauf leisten. – Die Frage „Wie geht es Ihnen?“ ist in der heutigen Zeit rein rhetorischer Natur, was auch zu einer entsprechend oberflächlichen Beantwortung führt. Es ist Aufgabe des Komplementärtherapeuten, den Dingen auf den Grund zu gehen und herauszufinden, wo – neben dem primären Krankheitsgeschehen – Schwierigkeiten schlummern und wo und wie diese positiv unterstützt oder sogar behoben werden können.

Die geringe Akzeptanz zwischen Schulmedizinern und Naturheilpraktikern kann auf mangelndes Verständnis, teilweise basierend auf einem anders verwendeten Wortschatz, zurückgeführt werden. Naturheilpraktiker sprechen zum Beispiel immer wieder von der „Stärkung des Immunsystems“, was im Wortschatz der Ärzte als lächerliche und unqualifizierte Aussage taxiert wird. Wenn ein Naturheilpraktiker von der „Stärkung des Immunsystems“ spricht, so meint er im Grunde genommen nichts anderes, als das „innere Milieu“ auf Vordermann zu bringen, um so ein Gleichgewicht im Organismus herzustellen. Eine solche „Grundtherapie“ kann sich auf den weiteren Krankheitsverlauf sehr positiv auswirken. – Zum Wohl des Patienten sollte es im Interesse beider Berufsgattungen sein, eine gemeinsame Sprache zu finden.

Zeit und Empathie – die Aufgabe des Therapeuten

Nun, was können Komplementärtherapeuten oder Naturheilpraktiker einem Patienten bieten? Wir können keine Diagnosen stellen, wir können keine Medikamente verabreichen und wir können auch nichts machen, was die Krankheit zum Verschwinden bringt.

Unsere Aufgabe ist es, Zeit und Mitgefühl zu haben. Dies klingt simpel, ist in unserer Zeit aber ein seltenes Gut, welches vielen Menschen, gerade in schwierigen Zeiten, fehlt. Ziel des Komplementärtherapeuten sollte sein, als Schnittstelle zwischen Arzt, Psychologe/Psychiater und Familie zu dienen. Oftmals ist der Patient mit einer eventuellen Diagnose als auch mit den Informationen, die er erhält, überfordert. Er bekommt immer wieder gut gemeinte Ratschläge, wird gedrängt, aufgefordert, ja teilweise sogar genötigt, etwas „gegen“ seine Krankheit zu unternehmen. Der Prozess der Integration und Akzeptanz bleibt hier völlig auf der Strecke. – Hier kommt die Aufgabe des Komplementärtherapeuten zum Tragen. Nebst der Anamnese, Pflanzenheilkunde, Körpertherapie und Ernährungsberatung, ist es auch unsere Aufgabe, bei der seelischen Bewältigung einer solchen Herausforderung unterstützend zu wirken. Es ist unsere Aufgabe Halt zu geben, Licht ins Dunkle zu bringen, Ansprechpartner für Zweifel, Ängste und Freuden zu sein und den Patienten dabei zu unterstützen, dass er einen solchen Schicksalsschlag annehmen kann. – Ein Dozent von mir hat einmal gesagt, dass nur das Leben vor dem Tod wichtig ist. Dies sollten wir uns alle verinnerlichen. Was morgen ist, wissen wir nicht, aber den heutigen Tag können, dürfen und sollen wir bewusst leben.

Written by geraldine

Oktober 24th, 2012 at 2:27 p.m.